Biege dein Pferd korrekt

Quelle: Ein Auszug aus dem Taschenbuch „Stangen-Workout für Dressurreiter“ von Ann Katrin Querbach, 2020, ISBN: 978-3-275-02195-6

Die korrekte Biegung

 

Die Formulierung, „das Pferd soll sich um den inneren Schenkel biegen“ wird oft falsch verstanden, indem der innere Schenkel starken Druck ausübt, der innere Zügel das Pferd extrem nach innen stellt und der äußere Schenkel versucht, die Hinterhand nach innen zu schieben und die äußere Zügelhand, wie beim Fahrradfahren, nach vorne geführt wird.

Ganz so extrem wird es natürlich bei den meisten nicht sein, doch das Thema Biegung ist nicht nur interessant, sondern man vertieft damit sein biomechanisches Wissen rund ums Pferd und den korrekten Sitz in der Biegung. So wird das Auge geschult und die eigene Analyse verbessert sich.

Die Biegung des Pferdes bedeutet eine sinnvolle muskuläre Stabilisation der Vorhand und Hinterhand auf der gebogenen Linie.

Deshalb beginnt die korrekte Biegung in der Kontrolle und Stabilisierung des äußeren Schulter- und Beckengürtels in der Standbeinphase.

Ein „verbiegen“ über den inneren Zügel sollte unbedingt vermieden werden. Die Reaktionen des Pferdes auf einen festen Zügel sind sehr gesundheitsschädlich.

Ein korrekt gebogenes Pferd tritt mit den Hinterbeinen in die Spur der Vorderbeine, kann die Traglast auf dem aktiv untertretenden inneren Hinterbein halten und hat genügend Schulterfreiheit, um das innere Vorderbein vorzuführen. Die drei Achsen (Bein-, Brust- und Kopfachse) sind symmetrisch. Dies kann nur durch die stabile äußere Muskulatur hervorgerufen werden.

Diesem Ziel geht ein gutes und gezieltes Training voraus; dies erfordert Verantwortung, Selbstdisziplin und Selbstreflektion.

Das Pferd als Spiegelbild zum Reiter kann auf psychischer aber auch auf physischer Ebene gesehen werden. Die Achsen zwischen Brustkorb des Pferdes und dem Oberkörper des Pferdes sollten immer symmetrisch und identisch sein. Genauso verhält es sich mit den Achsen zwischen den Reiterbeinen und den Pferdebeinen.

Nur wenn ein Pferd korrekt gebogen ist und seine Stabilität der äußeren Muskulatur für die gebogene Linie ausreicht, kann das Pferd gesund geritten und erhalten werden.

 

Doch wie kann dieses theoretische Wissen in die Praxis Übertragenwerden?

Beginnen wir zunächst am Reitersitz:

Vereinfacht ausgedrückt: Da der Weg zwischen Schulter und Hüfte des Pferdes innen kürzer als außen ist und damit sich der innere Rückenmuskel des Pferdes vereinfacht ausgedrückt zusammenziehen kann, sollte der Reiter seinen inneren Sitzbeinhöcker belasten.

Dies geschieht, indem der Reiter seine innere Seite (Hüfte bis Schulter) stabil hält und die innere Schulter ein Stück nach vorne schiebt. Hierbei geht es nur um wenige Millimeter und ist bei jedem Reiter und
jedem Pferd individuell verschieden. Du findest die korrekte Schulterhaltung für dich mithilfe der kleinen nachfolgenden Übung heraus.

 

Übung 1:

Stell dir vor, du hättest einen schweren Mehlsack auf der inneren Schulter, der nicht runterfallen darf. Knickt man in der Hüfte innen ein und die innere Schulter hängt nach unten, fiele der Mehlsack runter.

 

Auch kann hierbei eine weitere kleine Übung helfen:

Übung 2:

  1. Setz dich auf die Knie eines Freundes, der bequem auf einem Stuhl oder einer Bank sitzt.
  2. Belaste nun z.B. den linken Sitzbeinhöcker mithilfe der oben genannten Stabilität in der linken Seite.
  3. Nun zieht der Freund sein rechtes Bein unter deiner Hüfte weg.
  4. Bleibst du stabil sitzen, hast du alles richtig gemacht. Kommst du durch das Wegziehen des Beines deines Freundes ins Schwanken, hattest du noch keine korrekte Sitzposition für eine gebogene Linie.
  • Wiederhole diese Übung mehrmals, um das korrekte Gefühl abzuspeichern.

Pferde, die ihren inneren Rückenmuskel in der Biegung nicht zusammenziehen wollen, lassen den Reiter außen sitzen. Oft rutscht auch dann der Sattel nach außen.

Bleiben wir zunächst bei den inneren Hilfen des Reiters. Da sich die innere Reiterschulter leicht nach vorne bewegt, kann auch die innere Hand der inneren Schulter des Pferdes den Raum geben nach vorne zu treten. So wird eine leichte Verbindung zum Pferdemaul hergestellt, ohne das Pferd zu weit nach innen zu stellen.

Wichtig: eine Biegung entsteht nicht durch die Stellung mit dem Zügel, sondern entsteht im Pferdekörper!

Der innere Schenkel des Reiters hat die Aufgabe, das innere Hinterbein des Pferdes zum Vorfußen zu animieren und hilft die Vorhand auf die Hinterhand einzustellen, wodurch sich die stabile innere Seite des Reiters verlängert.

Merke: Der Reiter bleibt auf der Seite stabil, auf der das Pferd sich biegen soll.

Wichtig bei der Biegung des Pferdes sind die äußeren Hilfen des Reiters. Da wir auf einer gebogenen Linie immer diagonal denken sollten, wäre der Gegenpart zu einer inneren stabilen Hüfte (nicht fest, sondern stabil) der stabile äußere Zügel. Dieser unterstützt die äußere Schulter des Pferdes gegen die Fliehkraft, Stabilität in den Schultergürtel zu bekommen und so ein Verdrehen des Brustbeins zu verhindern. Auch hier sprechen wir nicht von einem festen Zügel, sondern von einem stabilen und begrenzenden Zügel, der eine weiche Verbindung zum Pferdemaul gewährleistet.

Durch diese diagonale Stabilität des Reiters bekommt das Pferd die Hilfe, die es benötigt, um die seitlichen Muskelgruppen zu trainieren und die Vor- und Hinterhand miteinander zu synchronisieren. Somit übernimmt das innere Hinterbein des Pferdes Energie vom äußeren Schultergürtel.

Der äußere Schenkel des Reiters begrenzt das Pferd und hilft so die Achsensymmetrie bzw. die Einstellung der Vorhand auf die Hinterhand zu verbessern.

Wir als Reiter sollten immer darauf achten, dass wir dem Pferd helfen seinen Bewegungsablauf zu verbessern, um Schäden am Bewegungsapparat zu verhindern.

Je mehr theoretisches Wissen wir uns aneignen und kritisch unseren Sitz analysieren und verbessern, desto gesünder wird unsere Reitweise.

Doch bitte verkopfe dich nicht. Reiten ist keine technische Angelegenheit, vielmehr eine Mischung aus Gefühl, Timing, Wissen, Technik und feiner Kommunikation.

Wir Reiter haben als Trainer der Pferde die verantwortungsvolle Aufgabe, unseren Partner Pferd zu trainieren, zu unterstützen, ihm zu helfen und ihn an die richtige Technik heranzuführen, um gesund und motiviert zu bleiben.

 

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In-ear-Reitstunden:

Mit dieser In-ear-Reitstunde verbesserst du die Biegung deines Pferdes. Du lernst die halbe Parade korrekt anzuwenden und entwickelst somit die positive Körperspannung deines Pferdes auf der gebogenen Linie.

Du kannst dir die Audio runterladen und direkt anhören.

 

Stangen-Workout für Einsteiger an der Longe

Weitere Übungen für dich und dein Pferd findest du in diesem E-Book:

Sehnenverletzungen und Narbengewebe

Sehnenverletzungen sind der blanke Horror eines jeden Pferdebesitzers. Durch Stolpern, Verdrehen oder auch Überbelastungen durch falsche Bewegungsabläufe kann die Sehne verletzt werden, an- oder sogar ganz reißen.

In dem folgenden Video von pferdearzte.de wird dies sehr gut erklärt:

Schaut mal rein!

Das starre Narbengewebe nach einer Sehnenverletzung kann dazu führen, dass weitere Schäden an der Sehne entstehen.
Die Nachbehandlung einer Sehnenverletzung ist daher extrem wichtig, damit keine Schäden zurückbleiben oder folgen. Warum das so ist, zeigt diese Animation von pferdeaerzte.de sehr anschaulich. 

Da sehr oft Fehlstellungen für Sehnenschäden verantwortlich sind sollte der erste Schritt nach der Reha-Phase das geraderichten des Pferdes sein. Dies kann auch schon in der ersten Schrittphase geschehen. Hier setzt das Schiefentraining an. Mit Hilfe dieses Trainings lernt das Pferd einen neuen und gesunden Bewegungsablauf und wird gerader und somit auch wieder reitbar ohne Folgeschäden an der Sehne.

Entdecke die Ursache bei deinem Pferd:

„DISCOVER THE CAUSE“

– Grundlagenkurs I –

Werde Trainer oder Therapeut, der statt den Symptomen,
die Ursache im Pferdekörper erkennt und diese bei der Wurzel packt.

Bist du bereit dir eine neue Brille aufzusetzen?

Schiefentraining

Jedem Reiter ist schon einmal eine Anomalie der Achsensymmetrie aufgefallen:

  • ein Verwerfen des Genicks,
  • ein Pferd, welches sich wie ein Motorrad in die Kurve legt,
  • eine bessere oder schlechtere Hand,
  • ein schief abgelaufener Pferdehuf
  • eine Sehnenscheidenentzündung, ein Sehnenschaden oder ein überbelastetes Pferdebein.

Um sein Pferd gesund zu reiten ist es wichtig die Achsensymmetrie zu verstehen. 

Erst wenn die Achsen symmetrisch zueinander sind kann man
von einem gesund gerittenen Pferd sprechen. Schiefe Achsen sind ein Zeichen
dafür, dass das Pferd nicht korrekt stabilisiert ist und nicht mit seiner
positiven Spannung der Schwerkraft entgegenwirken kann.

Sobald die Beinachsen nicht vertikal zum Boden verlaufen
sondern leicht schief sind, werden Sehnen und Bänder überbelastet. Dies hat zur
Folge, dass die Überbelastung zu Schmerzen, Lahmheiten,
Sehnenscheidenentzündungen und Sehnenschäden führen kann. Um das Pferd gesund
zu halten, müssen Reiter, Reitlehrer, Physiotherapeut und Hufschmied oder Hufpfleger zusammen arbeiten, um die Achsensymmetrie wiederherzustellen. Einer alleine schafft es
nicht, aber gemeinsam kann man dem Pferd ein langes gesundes Leben ermöglichen.

Nicht bei jedem Pferd führt eine Asymmetrie gleich zu einem
Sehnenschaden. Sie ist jedoch sehr wichtig, um das Pferd lange gesund zu erhalten!

Das Schiefentraining hilft Pferden einen gesunden Bewegungsablauf zu erhalten!

Bei meiner Arbeit steht zunächst die Ganganalyse im Vordergrund. 

Sind Verspannungen als Ursache gefunden, werden diese mit anderen Therapiemethoden wie Massagetechniken oder Aktupunktur gelöst. Danach beginnt das Schiefentraining. Dieses kann bei Rehapferden auch zunächst an der Hand, später an der Longe und dann unter dem Reiter stattfinden.

Das Schiefentraining besteht aus vielen verschiedenen Bausteinen und ist reitweisen Übergreifend, da es sich vermehrt auf die Statik und korrekte Stabilisierung im Pferdekörper bezieht. Auch spielt der Reiter eine große Rolle. Deshalb besteht das Schiefentraining aus verschiedenen Schritten. Zunächst muss die Statik vom Boden wieder ins Gleichgewicht gebracht werden, später an der Longe und dann unter dem Reiter. Dafür muss der Reiter im Vorfeld, dass Wissen über die Bewegungszentren verinnerlichen und die Techniken beherrschen. Ob Turnier- oder Freizeitreiter, alle stoßen im Training immer wieder an Grenzen und müssen das Gleichgewicht wieder herstellen. Je nachdem welche Vorkenntnisse vorherrschen können Korrekturen schnell oder auch sehr lange andauern.

Du möchtest mehr über das Training erfahren?
Ich biete auch Seminare und Kurse zu diesem Thema an.

Schau mal rein, ob dich etwas interessiert.

Kursbericht von 2017

Fallbeispiel polnisches Kaltblut

Wiederkehrende Spooky- Phase

Wird der Satz: „Reite dein Pferd vorwärts-abwärts“ falsch verstanden, kann es dazu führen, dass die Pferde fleißig auf die Vorhand geritten werden. 

Im ersten Moment sieht die Oberlinie gar nicht so schlecht aus. Doch die starke Muskulatur der Vorhand und die schlechte Muskulatur der Hinterhand spricht Bände.

Dies kann zu Verspannungen in der Lende führen und diese sind wiederum oft dafür verantwortlich die Psyche der Pferde negativ zu beeinflussen. So kann z.B. der Stoffwechsel nur mit lockerer Lende gut funktionieren, auch Stress setzt sich gern in der Lendenmuskulatur fest.

So ging es auch unserem heutigen Fallbeispiel:

„Schnulli“ das große Polnische Kaltblut

Zur Geschichte von Schnulli:

Mit 3 Jahren wurde er aus Polen von einem Händler nach Deutschland geholt. Aufgrund seines schiefen Gesichts und immer wiederkehrenden Angstzuständen, vermutet man einen Unfall. Er hatte jedoch Glück und geriet in liebevolle Hände mit Platz auf Lebenszeit. 

Trotz einer soliden Ausbildung, fallen die beiden immer wieder in alte Muster und geraten in eine Sackgasse.

Diese äußert sich wie folgt:

Zu bestimmten Jahreszeiten kommt es regelmäßig zu einer „Spooky-Phase“. Alles wird gruselig, alt bekanntes aber auch neues veranlasst „Schnulli“ sich zu erschrecken, Luft zu schlucken und zurück in seine „Orale-Phase“ (daher auch sein Name) zu rutschen. Zudem verspannt sich der gesamte Rücken – besonders der Lenden Bereich – und daraus resultiert ein Drehen des rechten Hinterbeines, Schiefes laufen und später ein Lahmen.

Aufgrund des Lahmens wurde immer wieder ein Tierarzt und Chiropraktiker konsultiert. Doch die Lahmheit kam jedes mal nach 3-5 Tagen wieder zurück. Im Frühjahr 2020 entwickelte sich zusätzlich eine fiese Mauke. (Trotz guter Stall- und Körperpflege)

Nach ausführlicher Analyse wurden für Schnulli und seine Besitzerin 5 Pläne erstellt:

1. Ein neuer Futterplan für eine bessere Mineralstoff-Versorgung vor allem beim Fellwechsel und in Bezug auf die Mauke. (mit dem Augenmerk auf Magnesium, Zink und Selen)

2. Therapeutische Behandlungen mit verschiedenen Massagetechniken, um die Verspannungen zu lösen. Auch der BEMER konnte hier tolle Erfolge erzielen.

3. Bodenarbeitsübungen, um die Bewegungszentren zu synchronisieren.

4. Ein individueller Trainingsplan mit verschiedenen Reitübungen, um die Hinterhand zu stärken und die Vorhand anzuheben.

5. Physiotherapeutische Behandlungen der Reiterin, wegen einer schiefen Hüfte und verschiedenen Verspannungen (Verursacht durch eine Fehlhaltung und einem Bandscheibenvorfall)

Nach und nach verbesserte sich die Problematik. Und das Rund-um-Sorglos-Paket wurde zum Mini-Max umgewandelt. 

Kurz bevor die „Spooky-Phase“ wieder losgehen konnte, wurden die Termine wieder auf 1x wöchentlich erhöht. 

Der Futterplan wurde angepasst, die Massagetechniken wieder vermehrt angewendet und die Reitübungen intensiviert. Auch bekam Schnulli eine warme Decke an den kühleren Tagen, damit die Muskulatur nicht auskühlt.

Und siehe da, die „Spooky-Phase“ äußerte sich nur durch kleine Verspannungen, die sich sofort lockern ließen. Ein Erschrecken blieb aus und keine Lahmheit war zu sehen.

Ob die „Spooky-Phase“ durch das falsch verstandene Vorwärts-abwärts-Reiten und die daraus resultierenden Verspannungen oder die nicht ausreichende Mineralstoffversorgung und daraus resultierende Verspannungen und Panik Attacken ausgelöst wurde, bleibt offen. Meist spielen mehrere Komponenten bei solchen Problematiken eine Rolle und bedingen sich gegenseitig. 

Ich hoffe „Schnulli“ entwickelt sich auch jetzt in der kalten Jahreszeit weiter so gut und kann motiviert ohne Schmerzen in das nächste Frühjahr starten!

Schnulli das polnische Kaltblut, bekommt immer wenn es etwas kühler wird oder der Fellwechsel ansteht seine „Spooky-Phase“

Im Frühjahr setzte sich zu allem übel noch eine Mauke in die Fesselbeugen. Mauke hat gute Chancen, wenn das Pferd unter Stress und einer Mineralstoffunterversorgung leidet.

mehr zum Thema Futterberatung

Die äußeren Muskelschlingen der Hinterhand bilden sich und die Hinterhand wird immer kräftiger.

Fallbeispiel Isländer

Wir nennen unser Fallbeispiel im folgenden „Pony“.

Herbst 2019: (Anamnese von „Pony“)

„Pony“ hat eine Vorerkrankung. Hinten rechts ein schon seit 2 Jahren ausgeheilter Sehnenschaden. Durch die lange Schonhaltung hat sich eine Schiefe entwickelt und die Rückenmuskulatur ist schlecht ausgebildet. 

Befund: „Pony“ kann sich schlecht nach rechts biegen und drängt somit immer wieder über die rechte Schulter. So können wir feststellen, dass links die hole Seite und rechts die Zwangsseite ist. Zudem ist die Hinterhand passiv und deshalb stehen die Hinterbeine sehr eng. Mithilfe des Unterhalses hilft sich „Pony“ die Vorhand anzuheben, da es das Brustbein nicht positiv anspannen möchte und sich somit verspannt. Durch die schlecht bemuskelte Hinterhand und verspannte Vorhand konnte sich der Rücken nicht ausbilden. Im Mittleren Rücken erkennt man Wirbelverschiebungen und kann kleine Knoten in der Muskulatur ertasten.

Bedingt durch die seit 2 Jahren regelmäßige Osteopathiebehandlung können Blockaden ausgeschlossen werden.

Therapieplan: 

1. Karottenübung zu beiden Seiten (10min pro Tag)

2. tägliche spezielle Massage am Rücken

3. Trainingsplan mit 2 Übungen aus dem Buch „Stangen-Workout für Dressurreiter“

Der Trainingsplan von „Pony“ sieht neben normalem Reiten und Ausreiten das Stangen-Workout vor. Hier empfehle ich auf der rechten Hand die Übung a) aus dem Exkurs: „Natürlich schief oder schon gerade“ und auf der linken Hand die Übung b). Um den Rücken zu schonen, jedoch das Bewegungsmuster zu verändern, wurde das Stangen-Workout an der Longe gewählt.

Als Hilfszügel wird eine „Longierhilfe“ verwendet. Diese hilft „Pony“ die Hinterhand einzurahmen und das aktive Abfußen der Hinterhand zu fördern. Zudem rahmt der Hilfszügel „Pony“ seitlich ein und hilft ihm die korrekte Haltung zu finden.

Schon nach 3 Trainingseinheiten zeichneten sich die ersten Trainingserfolge ab. Die Hinterhand wurde deutlich aktiver und die äußeren Muskelschlingen bildeten sich, der Unterhals wurde weniger und die Biegung rechts verbesserte sich deutlich.

Da „Pony“ einen starken Ponykopf hat, lernt er zwar schnell, weiß aber auch, wann es sich zu arbeiten lohnt und wann man sich auch mal „absinken“ lassen kann. Deshalb wurden nach und nach immer mehr Stangen für das Training genutzt. Nach einigen Trainingswochen wurde die Übung 4.5. „Der endlose Kreis“ in Kombination mit den oben genannten Übungen genutzt.

Weitere Reitübungen und Massageeinheiten folgen und die Bewegungszentren beginnen sich zu synchronisieren.

Frühjahr 2020: Nach mehreren Trainingsmonaten zeichnen sich vielversprechende Erfolge ab, da „Pony“ nun genügend Kraft bekommen hat, den neuen und gesunden Bewegungsablauf zu erlernen und auch außerhalb des Stangen-Workouts zu nutzen. Die Biegung verbesserte sich deutlich, die Hinterhand wurde merklich kräftiger und aktiver. Somit verbesserte sich die Rückenmuskulatur und das Brustbein konnte sich heben.

Die Stangen-Workout Übungen werden „Pony“ weiterhin begleiten. 

Sommer 2020: „Pony“ leidet unter einer Stoffwechselbedingten Augenentzündung, die auch mit verschiedenen Salben vom Tierarzt nicht ganz verschwinden will. Nach einer Kombination aus drei Homöopathischen Präparaten und weiteren Salben vom Tierarzt, werden die Symptome weniger und verschwinden.

Herbst 2020: Nun kann das Training wieder fortgesetzt werden. Bedingt durch die lange Ruhephase, müssen die Muskeln erst wieder aufgebaut werden. Dies geschieht zunächst ohne Sattel an der Longe und dem Langzügel. Auch das Stangen-Workout wird zunächst 2 mal pro Woche an der Longe angewendet.

Für die Muskelverhärtungen im Rückenbereich wird eine spezielle Massagetechnik angewendet, diese löst die Faszien und lockert die Muskeln wieder auf. Die Anwendung wird von „Pony“ sehr genossen.

Sobald die Muskulatur wieder aufgebaut wurde, kann auch mit dem Reiten wieder begonnen werden.

Darf ich vorstellen: „Pony“ 

Hier erkennt man sehr gut das passive HBZ und verspannte VBZ.

Auf der rechten Hand die Übung a) aus dem Exkurs: „Natürlich schief oder schon gerade“ und auf der linken Hand die Übung b).

Die Hinterhand wird schon deutlich aktiver und auch die Vorhand hebt sich.

Zudem verbessert sich auch die Biegung und somit das Geraderichten.

Stangen-Workout auch im Gelände oder wie hier auf einer Wiese bringen Abwechslung in das Training.

Bergauf im Gelände aktiviert und stärkt die Hinterhand. Dabei sollte das Pferd eine Dehnungshaltung haben. Verspannungen im Lendenwirbelbereich verschwinden und die Muskelketten können wieder zusammen arbeiten.

Massagetechnik um Faszien und Muskeln zu lockern.

Jetzt kann das Training im Gelände und am Langzügel wieder starten. 

Hier auch mal beim Outdoor Trail Training für mehr Konzentration und Koordination.

Im Vergleich:

Vorher: passives HBZ und verspanntes VBZ

Die Muskulatur hat sich nach der langen Ruhephase zurück gebildet, jedoch sieht man sehr deutlich, dass sich das Bewegungsmuster verändert hatte. Die Bewegungszentren sind, trotz der Ruhephase, immer noch synchronisierter. Und auch der Raumgriff hat sich deutlich verändert.

Ich wünsche „Pony“ viel Spaß beim weiteren Training und bin gespannt wie er sich entwickelt.

Du möchtest auch gerne einen Therapie- oder Trainingsplan für dein Pferd?

Schreib mir eine E-Mail

Verbessere die Symmetrie deines Pferdes

Richte dein Pferd gerade und verbessere somit die Achsensymmetrie deines Pferdes.

Durch die natürliche Schiefe, eine passive Stabilisation und die vom Reiter verursachte Schiefe, geht die Symmetrie im Pferdekörper verloren.

Wir als Trainer und Reiter des Pferdes sind dafür verantwortlich, die Symmetrie im Pferd wieder herzustellen.

 

Schau dir dein Pferd von vorne, seitlich, hinten und oben an.

Ist dein Pferd symmetrisch?

Welche Achsen sind noch schief?

In meinen online Kursen lernst du deinen Blick zu schulen,
die Ursache (die individuelle Bewegungsstrategie des Pferdes)
und die Achsen im Pferd zu erkennen und
Asymmetrien zu beheben.

„DISCOVER THE CAUSE“

– Grundlagenkurs I –

Werde Trainer oder Therapeut, der statt den Symptomen,
die Ursache im Pferdekörper erkennt und diese bei der Wurzel packt.

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„Es ist schon lange einer meiner Grundsätze,
dass die kleinsten Dinge bei Weitem die Wichtigsten sind.“

(Sherlock Holmes)

Die Achsensymmetrie

Um sein Pferd gesund zu reiten oder anderen Reitern dabei zu
helfen, ist es wichtig die Achsensymmetrie zu verstehen. Auch für Reitlehrer
ist es sehr wichtig das eigene Auge zu schulen.

Verwirft sich z.B. ein Pferd im Genick, steht die Achse
zwischen Genick und Nase schief. Sie ist nicht mehr symmetrisch zur Beinachse
(Brust-Huf). Ist das Verwerfen einem zu starken inneren Zügel geschuldet reicht
es normalerweise aus, wenn der innere Zügel deutlich nachgibt und das Pferd
statt am inneren Zügel am äußeren Zügel steht. Somit begradigt sich die
Nasenlinie und die Achsen sind wieder symmetrisch.

Liegt es jedoch nicht am inneren Zügel, sondern bleibt das
Pferd während des Trainings weiterhin mit verworfenem Genick in dieser
asymmetrischen Haltung, sollte ein Fachmann zu Rate gezogen werden, da es sich
um eine Verspannung oder Blockade handeln könnte.

Betrachtet man ein Pferd von vorne, sollten Nasenlinie,
Beinachse und Brustachse (Hals-Brustbein) symmetrisch zu einander stehen.

Sind Nasen- und Brustlinie nach außen verdreht, handelt es
sich um ein verdrehtes Brustbein. In diesem Fall ist der äußere Schultergürtel
nicht stabil genug ist, um der Schwer- und Fliehkraft entgegen zu wirken.

Kurz gesagt:

Ein verworfenes Genick zeigt
immer an, dass das Brustbein verdreht ist.

Stimmen Nasenlinie und Brustachse – sind diese also
senkrecht zum Boden – die Beinachsen jedoch schief, deutet dies auf eine
verspannte oder passiv abgesenkte Vorhand hin. Hierbei sollten die
Bewegungszentren nochmals überprüft und wenn nötig von einem Fachmann behandelt
werden.

Man spricht in solchen Fällen auch davon, dass das Pferd auf
die Schulter fällt“. Dies ist auch daran erkennbar, dass die Hufe des Pferdes
schief abgelaufen sind. Ursache: beim Abbiegen oder Drehen wird die innere
Schulter nicht frei nach oben geführt, sondern das innere Vorderbein bleibt stehen
und das Pferd dreht über die Seitenwand und kreuzt mit der äußeren Schulter.

Erst wenn die Achsen symmetrisch zueinander sind kann man
von einem gesund gerittenen Pferd sprechen. Schiefe Achsen sind ein Zeichen
dafür, dass das Pferd nicht korrekt stabilisiert ist und nicht mit seiner
positiven Spannung der Schwerkraft entgegenwirken kann.

Sobald die Beinachsen nicht vertikal zum Boden verlaufen
sondern leicht schief sind, werden Sehnen und Bänder überbelastet. Dies hat zur
Folge, dass die Überbelastung zu Schmerzen, Lahmheiten,
Sehnenscheidenentzündungen und Sehnenschäden führen kann. Um das Pferd gesund
zu halten, müssen Reiter, Reitlehrer und Hufschmied oder Hufpfleger zusammen
arbeiten, um die Achsensymmetrie wiederherzustellen. Einer alleine schafft es
nicht, aber gemeinsam kann man dem Pferd ein langes gesundes Leben ermöglichen.

Nicht bei jedem Pferd führt eine Asymmetrie zu einem
Sehnenschaden. Doch ist sie für eine fehlerhafte Belastung oder Überbelastung
einzelner Sehnen verantwortlich.

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Onlinekurse für Trainer & Therapeuten
oder wissbegierige Reiter:

Die Bewegungsstrategien und ihre Symptome auf der Geraden und in der Biegung

In diesem 7h online Kurs lernst du den Unterschied zwischen korrekten und fehlerhaften Bewegungsstrategien erkennen zu können und siehst welche Muskeln in der Biegung stabilisiert werden sollten und wo eine Mobilisierung von Nöten ist.

Die Achsensymmetrie in der Biegung

In diesem Workshop lernst du die Pferde nochmal ganz anders zu sehen. Du erkennst Linien, Symmetrien und Asymmetrien der Achsen im Pferd. Du wirst schnell den deutlichen Unterschied zwischen einer korrekten und gesunden Biegung und einer fehlerhaften Biegung in Zusammenhang mit den Bewegungsstrategien und den Achsen erkennen.

 

Was die Hufe uns verraten

In diesem Workshop lernst du mit einem Blick anhand der Hufe die Bewegungsstrategie des Pferdes zu erkennen. Du wirst Schwachstellen von Pferd und Reiter schnell Analysieren können und kannst mit diesem neuen Blickwinkel deinen Kunden nochmal effizienter helfen.

 

Der Reiter als Pysiotherapeut

Jeder Reiter hat die Verantwortung sein Pferd gesund zureiten, da das Pferd eigentlich kein Reittier ist und die Weidemuskulatur eine andere Muskulatur darstellt, wie die Muskulatur, die das Pferd für die Reiterei benötigt. Der Reiter sollte dem Pferd helfen die Balance zu finden und die korrekte Muskulatur auszubilden. Um Schäden an Sehnen, Bändern und Gelenken vorzubeugen, sollte der Reiter die Balance und die Biegsamkeit des Pferdes fördern und es geraderichten. Dadurch kann er die Beweglichkeit und die korrekte Muskulatur ausbauen.

Um das Gleichgewicht/ die Balance zu verbessern kann der Reiter auf folgende Dinge achten:

Das Reiten des korrekten Tempos. Es sollte nicht zu eilig und auch nicht zu langsam geritten werden, sondern ein gleichmäßiges Tempo, das für das individuelle Pferd korrekte Tempo ist. Je nach Ausbildungsstand, kann dieses variieren. Um ein gleichmäßiges Tempo zu erhalten, kann der Reiter die Tritte zählen. Auch die Wendungen, sollten gleichmäßig und auf beiden Händen gleich groß geritten werden.

Gleichgewichtsverlust führt zu Verspannungen, die sich durch ein Wegdrücken des Rückens oder entziehen der Hilfen äußern können.

Um die Geschmeidigkeit/Biegsamkeit zu verbessern, können viele Handwechsel auf gebogenen Linien geritten werden, sowie z.B. das Wechseln vom Renvers in das Travers.

Übungen zum Thema Gleichgewicht, Geschmeidigkeit und um das Geraderichten zu fördern finden Sie in meinem Buch „Pferde gymnastizieren“.

Schlecht für die Gesundheit des Pferdes sind folgende Punkte:

  • Zu schnelles, eiliges Tempo oder auch zu langsames Tempo (dabei sollte der jeweilige Ausbildungsstand beachtet werden)
  • Ungleichgewicht
  • Schiefe
  • Muskelblockaden à falscher Knick, Überbelastung von Gelenken, Kompensatorische Muskulatur
  • Übertriebene Aufrichtung ohne ein Abkippen der Hinterhand
  • Erzwungene Körperhaltung z.B. Rollkur oder durch Ausbinder hervorgerufene Körperhaltung
  • Unpassende Sättel können genauso Muskelblockaden hervorrufen.

Wie merke ich, dass mein Pferd Blockaden in der Muskulatur hat?

Unter anderem merkt man, dass Blockaden in der Muskulatur vorhanden sind, wenn das Pferd nicht korrekt auf die Reiterhilfen reagiert, sondern sich dagegen sträubt. Auch ist ein Pferd sehr unbequem zu sitzen, wenn es Muskelblockaden hat. Das Bocken und Wiedersetzen des Pferdes ist natürlich ein sehr deutliches Zeichen und wird meist vom Pferd als letzte Instanz genommen, um dem Reiter zu zeigen, dass deutliche Blockaden im Pferdekörper sind.

Gallen an den Hinterbeinen sind ein deutliches Zeichen für eine Blockade in der Muskulatur und eine Überbelastung der Gelenke. Auch immer wiederkehrende Lahmheiten können die Ursache in der Muskulatur haben.

Wie merke ich das mein Pferd keine Balance hat?

Durch ein ungleichmäßiges Tempo zeigt das Pferd deutlich, dass es Schwierigkeiten hat sein Gleichgewicht zu halten. Auch ein Schwanken auf gerader Linie zeigt auf, dass das Pferd nicht im Gleichgewicht ist. Ein sich Freimachen, in Form von „gegen den Zügel ziehen“ oder auch Bocken, kann ein Zeichen sein, dass das Pferd kein Gleichgewicht hat.

Wie merke ich das mein Pferd schief ist?

Sobald z.B. die Volte auf der linken Hand größer ausfällt wie die Volte auf der rechten Hand, ist dies ein deutliches Signal. Auch wenn die Hinterbeine nicht in die Linie der Vorderbeine treten, sondern an der Linie außen oder innen vorbei, ist das ein Zeichen von Schiefe. Fällt das Pferd auf die Schulter nach innen oder außen, ist das ein deutliches Zeichen für die Schiefe im Pferdekörper.

Wie merke ich das mein Pferd eine übertriebene Aufrichtung hat, ohne dass ein Abkippen der Hinterhand vorhanden ist?

Der Reiter merkt unter anderem, dass ein weiches lockeres Mitschwingen nicht möglich ist, da der Rückenmuskel verspannt ist. Zudem kann der Reiter durch überstreichen sofort feststellen, ob das Pferd eine reelle Aufrichtung hat. Kann das Pferd den Takt und die Aufrichtung beim Überstreichen nicht halten, handelt es sich um eine übertriebene Aufrichtung.

Die häufigste Frage, die den Reitern auf der Zunge brennt, wäre nun: „Wie kann ich bei meinem Pferd bei unserem individuellen Problem helfen?“

Ich helfe Ihnen gerne eine Lösung zu finden.

Mineralversorgung Pferd

Wusstest du, dass sich manche Vitamine und Spurenelemente gegenseitig aufheben? Und das sich manche Vitamine auch unterstützen können?

In den meisten Mineralfutter Sorten sind alle wichtigen Vitamine und Spurenelemente enthalten, jedoch in synthetischer Form order sogar auch diejenigen, die sich gegenseitig aufheben. Das führt dazu, dass auch Pferde, die teures Mineralfutter erhalten, oft Mängel an wichtigen Mineralstoffen haben.

Wie äußert sich ein Mangel?

Pferde sind oft schlapp oder sehr nervös, haben stumpfes Fell, Muskelverspannungen, die Wunden heilen nicht mehr so schnell, das Immunsystem ist im Keller. Daraus ergeben sich weitere Krankheitsbilder wie Milbenbefall, Mauke, Sarkroide usw. 

In vielen natürlichen Stoffen wie Karotte, Rote Bete oder Hanfsamen sind eine Menge Vitamine und geniale Spurenelemente enthalten, die in der richtigen Zusammensetzung, das komplette Mineralfutter ersetzen können oder aber auch einen bestimmten Mangel ausgleichen können.

Viel, hilft nicht immer viel. Manchmal bedarf es auch nur einem Zusatzstoff, um den Bedarf des Pferdes wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Jede Rasse hat einen unterschiedlichen Bedarf, dies kommt auch auf die Haltungsform an.

Auch das Ausleiten im Frühjahr und Herbst spielt eine große Rolle, um Schadstoffe aus dem Körper zu schwemmen. Dafür können Kräuter oder auch ein Vulkan Mineral helfen.

Während einer Futterberatung, werden wir uns gemeinsam den aktuellen Stand des Pferdes anschauen und Mängel aufdecken. Ich erstelle dir deinen individuellen Futterplan für dein Pferd. Eine Futterberatung kann auch per Telefon erfolgen. Wichtig dabei sind jedoch Fotos vom Pferd, der Haltungsform und dem speziellen Krankheitsbild (sofern es eins gibt).

Schreibe mir eine E-Mail und wir können einen Termin vereinbaren.

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